Regierung will Reisegutscheine absichern

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Jetzt hat die Brache eine Gutscheinlösung, aber nicht die, die sie wollte. Die Bundesregierung hat heute beschlossen, eine freiwillige Gutscheinlösung auf den Weg zu bringen. Immerhin: Die Voucher sollen staatlich abgesichert werden. Was bereits heute möglich sei, werde als neue Lösung präsentiert, kritisiert der DRV. „Der Beschluss des Kabinetts täuscht eine Tatkraft der Bundesregierung vor, die in der Realität nicht vorhanden ist “, sagt Präsident Norbert Fiebig. Gutscheine hätten nur eine geringe Akzeptanz. Die Veranstalter müssten daher weiterhin an den Großteil ihrer Kunden Geld rückerstatten. Geld, das schlicht nicht vorhanden sei. Der Verband erneuert deshalb seine Forderung nach einem Rettungsfonds. „Nur die Kombination aus freiwilligen Gutscheinen und Kreditfonds kann jetzt die Liquidität der Unternehmen sichern“, so Fiebig. Das finanzielle Risiko des Bundes sei dabei überschaubar. Die Unternehmen könnten die Beträge an den Fonds schrittweise zurückführen. Fiebig: „Zwingend ist eine sofortige Entscheidung über das dringend notwendige Zuschussprogramm für Reisebüros, Reiseveranstalter und die Dienstleister der Touristik. Die Bundesregierung muss endlich systematisch sinnvolle Entscheidungen treffen, die dem Umfang der Probleme in der gesamten Touristik gerecht werden.“

 

 

9 Antworten auf Regierung will Reisegutscheine absichern

  • in diesem Fall will der DRV also allen Ernstes, dass gegen EU-Recht verstoßen wird. Als das EU-Recht in Bezug auf die Reisepreissicherung nicht umgesetzt wurde hat man den Staat angeprangert und in die Haftung für TC-Ausfälle gedrängt. Aber das ist wohl in der Verbandsarbeit so, dass man seine Fahne in den Wind hängen muss um die Mitgliedsbeträge zu rechtfertigen. Das Ausfallrisiko wäre gering? Wie soll das kleine bis durchschnittliche Reisebüro anschließend für eine Tilgung geradestehen, wenn ein großer Teil davon eh kaum über die Runden kommt? Wäre nur eine verschobene Pleitewelle in dem Segment und viel gutes Geld dem schlechten hinterhergeworfen. Und nach wie vor schreien die am Lautesten, die das Geringste Risiko tragen. Das vermittelnde Reisebüro schließt ab, Personal geht zur Agentur für Arbeit und ist abgesichert- nicht schön und jedes einzelne Schicksal tragisch, aber der Markt wird sich Gesundschrumpfung müssen. Hoteliers und Busunternehmer zB,, die Risiken in ganz anderen Dimensionen tragen, habe ich nicht auf der Straße gesehen. Bleibt jedem zu wünschen, dass er wirtschaftlich und gesundheitlich gut über die Runden kommt. Aber bekanntermaßen ist die uralte Weisheit der Dakota-Indianer in Deutschland immer nich nicht akzeptiert: wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab…….

  • Gerade in dieser Krise ist wieder schmerzhaft erkennbar, dass die mittelständischen Reisebüros keine ernstzunehmende Lobby haben. Die Diskussipnen im Bundestag, das arrogante Auftreten des Tourismusbeauftragten Thomas Bareiß im “Hart aber Fair”, ist mehr als ernüchternd. Sofort geht das Thema über auf die Hotels und Gaststätten; für die netten Reisebüros hat man nur ein kurzes Bedauern übrig. Konzerne wie TUI und Lufthansa werden mit Milliarden unterstützt, obwohl sie jedes Steuerschlupfloch ausnutzen und bedanken sich darauf noch mit Massenentlassungen. Die Branche muss weiterhin konsequent einen Fond fordern; Gutscheine sind m. E. nur dafür geeignet, dass Liqiditätsproblem um einige Monate zu verschieben.

  • Ich verstehe nicht das man sich mit der Gutscheinlösung so schwer tut und immer nur das macht, was die EU erlaubt oder nicht. Unsere Nachbar EU Länder wie z.B. Belgien, Niederlande, setzten sich hier einfach über EU Recht hinweg und haben schon vor Wochen die Gutscheinregelung als verpflichtend eingeführt. Hut ab, die haben es drauf und erkannten schnell den Ernst der Lage. Nur ” EU Musterschüler Deutschland ” muckt nicht auf und hält sich immer brav an dem was von Brüssel kommt. Vielleicht weil man es sich mit Brüssel nicht verscherzen möchte und um später für vielleicht andere Anliegen gut da zu stehen zu können.

  • Leider muss ich meinem Vorkommentator widersprechen – in vielen Städten waren viele Busse dabei – das ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Gutscheinlösung nicht ankommt und zudem das Problem nicht im Ansatz trifft – Rückzahlung der Provisionen bleiben für die kleinen Büros das Problem – zudem unfair – unter Partnern wäre es nur recht gewesen sich auf Halb/Halb zu einigen – da die Großen ja staatliche Hilfen erhalten. Wir Reisebüros sollen wohl vor die Hunde gehen- Schade – einfach nur Schade und tieftraurig

  • Peter, ich danke Dir für den Beitrag. “Geld, das schlicht nicht vorhanden ist. ” Wieso? Eine nicht erbrachte Leistung wurde zwar vom Endkunden bezahlt, aber vom Veranstalter noch nicht…wenn das Geld jetzt schon nicht mehr da ist, obwohl der Kunde noch gar nicht gereist ist, dann stimmt wohl am ganzen System etwas nicht. Wie Peter schreibt: wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab…….Lufthansa hat entschieden, keine Dividende zu zahlen. ca. 2 Milliarden…bei Verbrauch von 1 Mio Euro pro Stunde laut Lufthansa reicht dieses Geld seit Anfang der Corona Krise genau bis zum jetzigen Zeitpunkt zum Überleben der Lufthansa , ohne nur einen Cent bezahlt zu haben…aber Spohr jammert rum, als ob die Lufthansa schon pleite ist. Vielleicht sollte er mal auf sein Gehalt verzichten…Die Corona Krise zeigt nur, daß in dieser Branche viele Teilnehmer nicht wirtschaftlich arbeiten und werden entsprechend auch insovent werden.Das betrifft sehr viele Airlines, es wird Zeit, daß auch für Flugtickets eine Zwangs-Absicherung eingeführt wird, aktuell verhindert die Lobbyarbeit dies noch, ich hoffe es wird sich ändern…

  • Ich finde, man hätte von vorn herein nicht auf Zeit spielen sollen, sondern die Lösung mit der Absicherung durch den Staat suchen sollen. Dann hätten sich viel mehr Kunden für die Gutscheinlösung entschieden. Ich hatte über Ostern eine Reise bei einem großen Veranstalter gebucht. Jede einzelne Station der Stornierung nach der letzten Minute. Von mir angefragte Umbuchungen auf einen Zeitpunkt in den Herbstferien blieben unbeantwortet. Den zusätzlichen Bonus des Veranstalters gibt es nur für Flugpauschalreisen. Meine Reise war mit Eigenanreise. Am Ende habe ich mich für die Rückzahlung entschieden. Das Geld ist inzwischen da. Nach der letzten Minute.

  • Frage an alle, die diesen Artikel lesen: habt ihr was von der IATA gehört in den letzten drei Monaten? Die schieben nach wie vor ihre vermutlich 5-stelligen Gehälter(wenns reicht) auf die Konten aber äußern sich nicht zu den Problemen, die wir Reisebüros zur Zeit mit den Airlines haben, sie erinnern die Airlines nicht daran, dass sie sich an geltendes Recht zu halten haben. Ich habe aktuell das Gefühl, und das habe ich eigentlich auch schon, seit ich ein Reisebüro betreibe, daß die IATA vollkommen überflüssig ist, es ist eine Gelddruckmaschine für Menschen, die mit unserer Branche überhaupt nichts zu tun haben…seltsamerweise ist ist der Sitz der IATA der gleiche wie bei der FIFA…will ich noch mehr dazu sagen…lieber nicht…

  • Was sollen wir denn (die Büros) mit einem Kredit? Der muss doch auch bezahlt werden und das Geld fehlt nach wie vor und kann nicht mehr erwirtschaftet werden. Das muss doch JEDEM klar sein. Um zu überleben benötigen wir dringend eine Förderung WIE SIE DIE GROSSEN BEKOMMEN, die nicht zurückgezahlt werden muss. Es wird ja nicht mal auf Gutscheine die Provision für doppelt getane Arbeit bezahlt, obwohl das Geld bei den Veranstaltern ist.

  • “Jetzt hat die Brache eine Gutscheinlösung, aber nicht die, die sie wollte.” DOCH! Und keinen anderen Gutschein als den geschützten auf freiwilliger Basis. – Es kommt nur darauf an, dass auch trvl counter anerkennt, dass 10.000 Reisebüros mit rund 100.000 Mitarbeitern eben auch zur Branche gehören – auch wenn diese sich von diversen Mischverbänden und Kooperationen längst nicht mehr vertreten wissen. Die touristische Presse sah dazu in den letzten Wochen auch nicht wesentlich besser aus 🙁 Schade eigentlich!

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