Weniger Buchungen wegen Dürre in Kapstadt

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Im vergangenen Jahr reisten mehr Touristen aus Deutschland als jemals zuvor nach Südafrika. Mit 349.211 Besuchern wurde ein Wachstum von zwölf Prozent erreicht. In den ersten beiden Monaten dieses Jahres stiegen die Einreisen noch einmal leicht um 3,6 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum 2017. Die Buchungszahlen von Januar und Februar deuten jedoch darauf hin, dass in diesem Jahr keine neuen Rekorde aufgestellt werden. „Wir rechnen mit einem flachen Jahr“, bestätigt Theresa Bay-Müller, die Leiterin des südafrikanischen Fremdenverkehrsamtes in Frankfurt und zuständig für deutschen sowie österreichischen und Schweizer Markt.

Dieser Trend lässt sich auch in anderen Quellmärkten erkennen. „Die Zahlen werden 2018 nicht so hoch sein“, sagte der neue Tourismusminister Derek Hanekom auf der am 10. Mai  zu Ende gegangenen Reisemesse Indaba in Durban. Als Ursache sieht er vor allem die Art und Weise an, wie die Wasserkrise in Kapstadt in die Öffentlichkeit gebracht wurde. „Vielleicht war die Day-Zero-Kampagne keine gute Idee“, gibt er zu bedenken. Die Nachricht, dass von Ende April an kein Wasser mehr aus den Hähnen der Vier-Millionen-Metropole fließen könnte, ging um die Welt und schreckte Touristen wohl vor einem Aufenthalt in Südafrika ab.

Einen positiven Impuls will der Minister nun mit der Lockerung der strengen Visa-Bestimmungen setzen. Familien, die mit ihren noch nicht volljährigen Kindern ins Land reisen, müssen den Einreisebehörden bisher deren Geburts-, Adoptiveltern die Adoptionsurkunden vorlegen. Minderjährige, die mit nur einem Elternteil oder alleine unterwegs sind, benötigen sogar eine eidesstattliche Erklärung und eine Passkopie der daheim gebliebenen Eltern. Eine Maßnahme, um Kindesentführungen zu verhindern. Schon im Laufe der nächsten zwei Monate, so erklärte Hanekom, könne es in diesem Bereich zu Erleichterungen kommen. Ihm schwebt ein Modell vor, wie es die USA, Kanada und Großbritannien praktizieren. Dort werden nur dann entsprechende Papiere eingefordert, wenn ein Anfangsverdacht besteht.

Hanekom geht davon aus, dass Südafrikas Tourismus nach wie vor ein großes Wachstumspotenzial hat und dies auch für Kleinunternehmer. Ziel ist es, die Einkünfte aus diesem Wirtschaftszweig in Zukunft gerechter zu verteilen. Wie schon im Vorjahr hatten Start-ups und Einzelinitiativen bei der Tourismusmesse in Durban die Möglichkeit, sich an einem Stand zu präsentieren. 135 so genannter verborgener Kleinode und damit 45 mehr als 2017 stellten ihre Geschäftsideen vor: von der Beach-Lodge über ein mobiles Restaurant oder einen Fahrradverleih bis hin zu Street-Art-Touren.

Astrid Möslinger

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