Jeder vierte Cook-Kunde ist (teilweise) entschädigt

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Am 13. Dezember hat die Zurich Versicherung damit begonnen, die Kunden von Thomas Cook zu entschädigen. Einen Monat später wurden laut Medienberichten ein Viertel der 220.000 gemeldeten Schadensfälle reguliert. Allerdings haben die Betroffenen nicht die volle Entschädigung erhalten, sondern nur 17,5 Prozent davon. Da die Versicherungssumme auf 110 Millionen Euro begrenzt ist, reicht das Geld nur für einen Bruchteil des Gesamtschadens. Im Dezember hat die Bundesregierung angekündigt, die Differenz auszugleichen. Die betroffenen Kunden sollen jetzt zum Jahresanfang über die weiteren Schritte informiert werden.

4 Antworten auf Jeder vierte Cook-Kunde ist (teilweise) entschädigt

  • Die Kundenabsicherung der witschaftlichen Entwickung des Unternehmens anzupassen. Jetzt für das durch Cook selbst verschuldete Dilemma den Steuerzahler heranzuziehen, halte ich für unzulässig.

  • Die Imsolvenz von Thomas Cook wird uns noch einige Monate beschäftigen. Wenn die 17,5 % der Schadensumme an die Kunden ausgezahlt ist, folgt in den nächsten Monaten hoffentlich der Rest. Damit ist dann das Kapitel für die betroffenen Kunden beendet. Nur die Reisebüros werden dann noch auf einigen Milionen Schäden durch entgangene Provisionen sitzen bleiben. Selbst als klar war, dass die Schäden ausgeglichen werden, war vielen Kunden die Lust auf Reisen zuerst vergangen. Die wieder neu gebucht haben, nutzen ggfs. auch neue Kanäle an ihrem Stammreisebüro vorbei. Am Ende sind die Geschädigten nur wir, auch dann, wenn wir mit viel Einsatz und Herzblut jede Art von Hilfestellung bei der Abwicklung des Schadens unseres Kunden geleistet haben.

  • Lächerliche Medien – was für eine dürftige Berichterstattung. Was hat die Insolvenz von Tour Vital mit der Insolvenz von Thomas Cook zu tun? Warum werden Rückführungen von Urlaubern auf die Haftungssumme auf gezahlten Reisepreis mit eingerechnet? Den Medien steht ihre Kasperrolle recht gut oder sehen dies sich als Marionetten?

  • Die Informationspolitik zu diesem Thema extrem desaströs. Dass sich die Bundesregierung gerne als Wohltäter darstellt, ist reine Schadensbegrenzung, die auf die jahrelange Versäumnisse bei der Umsetzung in die nationale Gesetzgebung bezieht. Bei der Entschädigung sind bis dato auch die Fälle von Thomas Cook International nicht berücksichtigt. Hier tritt die Staatshaftung nicht ein, da der Reiseveranstalter seinen Sitz in der Schweiz hat, obwohl ein gültiger Sicherungsschein vorliegt. Der SPD-Chefhaushälter Johannes Kahrs fordert, dass der Bund nicht auf den Kosten sitzen bleibt und die entstandenen Kosten von den Unternehmen zurückfordern will. D.h. die großzügige Zusage der Kostenerstattung an die Urlauber wird in die Insolvenzmasse der Thomas Cook einfließen.
    Das hat zur Folge, dass die bereits geringe Quote zum Nachteil aller Beteiligten (Reisebüros, Hoteliers, etc.) nochmals gesenkt wird.

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