Im Land des Jebel Jais

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Das Emirat Ras Al Kaimah ist derzeit der Shooting Star in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Ein Gespräch mit Tourismus-Chef Haitham Mattar.

Text Jean-Marc Göttert / Fotos Anja Jung

Herr Mattar, Ras Al Khaimah dürfte den wenigsten Urlaubern in Deutschland bekannt sein. Was können wir uns da vorstellen?

Ein paar Zahlen zur Einordnung: Ras Al Khaimah ist das nördlichste der sieben Vereinigten Arabischen Emiraten und ungefähr 1.700 Quadratkilometer groß. Hier leben 345.000 Menschen, archälogische Funde belegen eine 7.000 Jahre alte Kultur. Beeindruckend ist die landschaftliche Vielfalt, sie reicht von den 64 Kilometer langen Stränden über die terrakotta-farbene Wüstendünen bis hin zu dem imposanten Bergmassiv Jebel Jais.

Ein Berg in der Wüste?

Ja, erstaunlich. Selbst viele Einheimische wissen nichts davon. Der Jebel Jais ist mit 1.934 Meter die höchste Erhebung in den gesamten Emiraten. Von hier aus startet übrigens die mit knapp drei Kilometern längste Zipline der Welt.

Und wie viele Menschen kommen jährlich als Urlauber ins Land des Jebel Jais?

Wir hatten 2018 das Ziel von einer Million Gästen ausgegeben, das wir dann tatsächlich auch erreicht hatten. Es war ein herausragendes Jahr für uns: Insgesamt reisten 1.072.066 Gäste nach Ras Al Khaimah, ein Plus von zehn Prozent gegenüber 2017. Deutschland ist übrigens mit 83.605 Besuchern größter internationaler Quellmarkt. Aus der Schweiz kommen 5.625, aus Österreich 4.623 Gäste.

Wie geht es mit dem Wachstum weiter?

Wir sind derzeit die am schnellsten wachsende Destination der Region. Unser Konzept sieht bis 2021 ein Wachstum auf 1,5, und bis 2025 auf drei Millionen Besucher im Jahr vor.

Was können Millionen Urlauber in einem Wüstenland unternehmen?

Viele Menschen aus der ganzen Welt suchen während ihres Urlaubs nach Abwechselung und Erlebnissen. Deswegen entsteht zum Beispiel ein luxuriöses Bergcamp mit 47 Villen, eine Survival Training Academy, weitere 65 Kilometer markierte Wanderwege und ein Abenteuerpark. In Kooperation mit dem Zipline Betreiber Toro Verde UAE werden wir einen Zipline-Tour-Parcours errichten, ein Hindernis-Labyrinth sowie einen Kletterturm mit kontrollierten Freifall-Erlebnissen.

Eine Mischung also von Abenteuer- und Öko-Tourismus. Was bietet der Bergcamp?

Der neue Luxuscamp liegt rund 600 bis 700 Metern über dem Meeresspiegel und wird den Gästen einen unglaublichen Blick auf das Hadschar-Gebirge bieten. Es entstehen 34 Luxuszelte, elf Suiten mit einem Schlafzimmer und eigenem Pool sowie zwei Suiten mit zwei Schlafzimmern und privatem Pool. Zusätzlich entsteht ein Fitness-Club, ein Spa- und Wellness-Zentrum, ein geheizter Pool, ein Restaurant sowie ein Kinderspielplatz und ein Bereich für Lagerfeuer. Die Eröffnung ist für 2020 geplant.

Wieviel Zimmer hat das Emirat insgesamt?

Aktuell sind es 6.500 Zimmer. In den nächsten drei Jahren wird das Portfolio um weitere 5.000 Zimmer von Hotelmarken wie Marriott, Mövenpick, Sheraton, Anantara, Rezidor, Intercontinental und Conrad ergänzt.

Sie sind geschäftlich viel in Europa und den USA unterwegs. Was ist ihr Lieblingsort, wenn sie zu Hause in Ras Al Khaimah sind?

Es gibt eine besondere Stelle im Gebirge, an der die Berghänge einen Halbkreis bilden, der wie ein Amphitheater aussieht. Dort ist es unglaublich schön und friedlich. Da nehme ich meine Kaffeekanne mit, setze mich auf den Boden und staune über den Sternenhimmel. Eine bessere Entschleunigung kann ich mir nicht vorstellen.

Ich danke für das Gespräch!

Familienrabatt

Von Mai bis September können Familien zahlreiche Vergünstigungen nutzen. Je Familie können zum Beispiel zwei Kinder unter zwölf Jahren gratis in allen 18 teilnehmenden Hotels übernachten und frühstücken.

Infos zu Ras al Khaimah

· Derzeit verfügt das Emirat über 6.500 Zimmer. Bis 2022 soll die Hotelkapazität auf 12.000 Zimmer aufgestockt werden.

· Der Jebel Jais (1.934 Meter) ist Teil der beeindruckenden Kulisse des Hadschar Gebirges und die höchste Erhebung der Vereinigten Arabischen Emirate.

· Bei Tripadvisor wird die Region mittlerweile als beliebteste Sehenswürdigkeit des Landes geführt. In den Bergen ist es durchschnittlich zehn Grad kühler als an der Küste.

· An der 64 Kilometer langen Küste kann man entspannen, Wassersport treiben oder Golf spielen.

· 2018 wurde die weltlängste Zipline eingeweiht.

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