Große Verluste bei der Deutschen Bahn

Richard Lutz, Vorstandsvorsitzender Deutsche Bahn AG

 

3,7 Milliarden Euro im ersten Halbjahr – noch nie in ihrer Geschichte hat die Deutsche Bahn ein größeres Minus eingefahren. Die Deutsche Bahn hat im ersten Halbjahr 2020 vor allem aufgrund der Corona-Krise den größten Verlust ihrer Geschichte verzeichnet.

Nach Angaben des Unternehmens sank im ersten Halbjahr der Konzernumsatz verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um knapp zwölf Prozent auf 19,4 Milliarden Euro. Der operative Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) betrug 1,8 Milliarden Euro. Das Minus nach Steuern beträgt 3,7 Milliarden Euro.

Große Verluste, große Investitionen
Zum Betriebsverlust im ersten Halbjahr addierte sich noch eine Sonderabschreibung auf den Wert der Nahverkehrstochter Arriva von 1,4 Milliarden Euro, weitere Sondereffekte sowie Steuerzahlungen. Dies führte zum Gesamtverlust von 3,7 Milliarden Euro, den der Konzern seit seiner Gründung 1994 noch nie eingefahren hat. “Das Virus hat unseren erfolgreichen Wachstumskurs jäh ausgebremst und die Deutsche Bahn in die schlimmste finanzielle Krise seit ihrem Bestehen gestürzt”, sagte Vorstandschef Richard Lutz.

Aussichten für den Rest des Jahres
Lutz geht bis zum Jahresende nicht von einer Besserung der Bilanz aus: Man erwarte ein Minus von bis zu 3,5 Milliarden Euro (Ebit), kündigte das Unternehmen an. Der Umsatz könne auf bis zu 38,5 Milliarden Euro absinken. 2019 hatte er noch 44,4 Milliarden Euro betragen. Im ersten Halbjahr 2020 sank die Fahrgastzahl um 37 Prozent auf knapp 663 Millionen Reisende. Zuletzt lag die Auslastung der Züge immer noch bei etwa der Hälfte der Vor-Corona-Zeit.

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