EuGH-Urteil zur Entschädigung bei Codeshare-Flügen

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Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat heute ein weiteres wichtiges Urteil zum Thema EU-Passagierrechte gefällt. Darin geht es um folgende Frage: Welche Airline muss bei einem Flug von einem EU-Airport mit Umsteigen in einem Drittstaat, der Gegenstand einer einzigen Buchung war, die Entschädigung bezahlen, wenn der Passagier mit großer Verspätung am Flugziel ankommt? Die Antwort der Richter: Die Fluggesellschaft, die den ersten Teilflug durchgeführt hat, ist in der Verantwortung. Im konkreten Fall geht es um einen Flug von Prag über Abu Dhabi nach Bangkok. Der erste Teilflug von Czech Airlines war pünktlich. Der  Weiterflug mit Codeshare-Partner Etihad landete mit rund acht Stunden Verspätung.

In seinem Urteil weist der EuGH zunächst darauf hin, dass ein Flug mit Umsteigen, der Gegenstand einer einzigen Buchung war, auch dann in den Geltungsbereich der Passagierrechte fällt, wenn sein zweiter Teilflug von einer Airline außerhalb der EU durchgeführt wird. Da Czech Airlines den Beförderungsvertrag mit den Passagieren geschlossen hat und die erste Etappe der Strecke selbst geflogen ist, betrachten die Richter sie auch für die zweite Teilstrecke als „ausführendes Luftfahrtunternehmen“. Folglich hafte die Airline, obwohl die große Verspätung auf dem Flug von Abu Dhabi nach Bangkok entstanden und Etihad Airways zuzurechnen sei. Mit seinem Urteil will das Gericht verhindern, dass sich Fluggesellschaften bei Codeshare-Flügen auf die mangelhafte Durchführung ihrer Non-EU-Partner zurückziehen können.

 

 

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