DRV fordert “Pandemie-Klausel” im Reiserecht

Foto: iStock

Heute hat Deutschland die EU-Ratspräsidentschaft für die nächsten sechs Monate übernommen. Der DRV sieht darin „die einzigartige Chance, EU-Politik federführend zu gestalten“. Der Verband will, dass sich die Regierung für eine „Pandemie-Klausel“ in der EU-Pauschalreiserichtlinie einsetzt und hat sich in einem Brief an Wirtschaftsminister Peter Altmaier und Justizministerin Christine Lambrecht gewandt. Konkret geht es um die Bestimmung, die eine unverzügliche Rückzahlungsverpflichtung der Veranstalter bei Pauschalreise-Absagen wegen unvermeidbarer, außergewöhnlicher Umstände vorsieht. „Die Vorgaben der EU-Pauschalreiserichtlinie waren und sind für den Pandemie-Fall nicht ausgelegt. Daher haben sie die gesamte europäische Reiseindustrie in eine wirtschaftliche Schieflage gebracht“, erläutert DRV-Präsident Norbert Fiebig. Auch künftig könnten Pandemien nicht ausgeschlossen werden. Die Politik müsse also für diesen Fall vorsorgen.

5 Antworten auf DRV fordert “Pandemie-Klausel” im Reiserecht

  • Bitte setzen Sie sich auch dafür ein, dass das Gesetz so geändert wird, dass die Reisebüros Ihre erarbeitete Provision in jedem Fall behalten können. Steuerberater geben auch nichts zurück. Wir Reisebüros können nicht auf unsere Provision verzichten – bei jedem Sturm, Vulkanausbruch, Stromausfall auf dem Flughafen oder wie jetzt in der Pandemie gehen wir leer aus und müssen die ganzen Stornierungen bearbeiten. Jetzt ist die Zeit, dass zu ändern.

  • Warum fordert der DRV nicht eine Entlohnung für geleistete Arbeit? Schließlich haben sowohl Reisebüro als auch Reiseveranstalter bereits ihre Arbeitsleistung erbracht. Eine 20prozentige Stornogebühr muss grundsätzlich verankert werden.

  • Die Beobachtung und Nachbesserung von Gesetzen ist an sich nichts Schlechtes! Wir sollten immer wieder neu reflektieren und dann die richtigen Entscheidungen Treffen. In allen Lebensbereichen,

    Allerdings bin ich zutiefst davon überzeugt, dass bei der Entwicklung der PRRL und der Umsetzung derselben in Deutsches Recht in jedem Falle auch der Worstcase angenommen wurde. Und wenn nicht konkret, dann aber vom Grundsatz her.

    Denn jedes neue oder zu modifizierende Gesetz in Deutschland wird am Grundgesetz abgearbeitet. Was diesem Test nicht standhält, kommt nicht durch. Und besonders das Grundgesetz steht definitiv nicht in der Gefahr, den schlimmsten Fall nicht auch angenommen und daraufhin geprüft zu haben. Denn bei der Verfassung desselben war der 2. Weltkrieg gerade kurz um.

    Die Argumentation, dies und das sei nicht auch für den schlimmsten Fall durchdacht, würde letztendlich – ließe man diese Begründung einfach so zu, weil es mir/uns gerade passt – jedem Tür und Tor öffnen. Selbst denen, die vielleicht nicht nur demokratisch freiheitliche Ziel verfolgen. Und das hatten wir erst kurz vor dem zweiten Weltkrieg und erleben es selbst heute in anderen Staaten, auch in der EU, immer wieder mal.

    Dazu vermisse ich eine eindeutige Forderung im Sinne der Reisebüros, dass – wenn hier schon etwas Neues platziert wird – Veranstalter zukünftig auch die Provisionen gegen Insolvenz versichern müssen. Die Sicherung des Kunden ist eines, die Absicherung der Reisebüros ein anderes wichtiges Element.

    Und Vorsicht. Eine nach Änderung der PRRL u.U. dann noch nötige Modifizierung des HGB birgt die Gefahr, dass der Handelsvertreterstatus, der manchen schon lang ein Dorn im Auge ist, komplett abgeschafft wird. Das könnte vielleicht den großen Veranstaltern gefallen, die ihren eigenen Verband haben, aber sicher nicht den stationären und mobilen Reisebüros!

  • sieh an, sieh an – war es nicht der DRV, der vor noch nicht allzu langer Zeit noch laut noch einer Gutscheinlösung gerufen hat und sogar gefordert hat dafür sich gegen EU-Recht zu stellen? Aber was sagte schon Konrad Adenauer: Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern……

  • Ich stimme vollkommen zu und hoffe auf ein Einsehen seitens der Politik.

Schreiben Sie einen Kommentar

Anzeige

LIVE-INFO:

Anzeige