DER-Reisebüros fordern frühere Provisionszahlung

Foto: Pexels

Die durch die Insolvenz von Thomas Cook ausgelöste Diskussion um den Zeitpunkt der Provisionsauszahlung nimmt Fahrt auf. Jetzt wenden sich die Reisebüros unter dem Dach des DER-Vertriebs in einer gemeinsamen Erklärung an die Veranstalter, deren Produkte sie vermitteln. Wörtlich heißt es: „Die Thomas Cook-Insolvenz hat gezeigt: Reisebüros brauchen mehr Sicherheit. Die späte Zahlung von Grund- und Superprovisionen kann die Reisemittler in ihrer Existenz gefährden, wenn ein Reiseveranstalter insolvent wird. Wann die Provision fließt, und wie stabil ein Veranstalter aufgestellt ist, dies ist spätestens jetzt zum wichtigen Kriterium für die Zusammenarbeit geworden. Zahlung nach Buchung , das ist der richtige Weg.“ Hinter der Erklärung stehen die Geschäftsführer Andreas Heimann (DER Reisebüro), Aquilin Schömig (Derpart), Michael Dohmen (DTPS und DTPU), Dirk Bender (Tourcontact), Dirk Hansel (Pro Tours/RCE). Neben den Veranstaltern der DER Touristik zahlt künftig auch Chamäleon die Provision nach der Buchung aus.

 

 

5 Antworten auf DER-Reisebüros fordern frühere Provisionszahlung

  • Wirklich toll. Von uns wurden Veranstalter, die nach Reiseende die Prosionen zahlen, ganz wenig gebucht. Hierzu gehört z.B. Schauzinsland-Reisen, Thomas Cook, Nicko.

  • Provisionen sollten direkt nach Eingang der Anzahlung, welche ab 20% beginnt ausgezahlt werden, da hier die Vermittlungsleistung abgegolten wird. 10% + x bleiben beim Mittler, der Rest beim VA. Auch bei einer Stornierung darf keine Rückbelastung erfolgen, im Gegenteil, denn hier fallen nochmals weitere Arbeitsschritte an.

  • Die TC Insolvenz ist ein riesiges Disaster, keiner hätte es sich dieses Ausmaß vorstellen können. Die Reisebüros, als letztes Glied in der Kette (und schwächstes) sind unverhältnismäßig stark betroffen. Auch durch die EU Richtlinie 2018 sind Reisebüros ganz schnell in der Haftung, die sie im Grunde gar nicht leisten können, als bescheidener Provisionsempfänger. Der Touristik – Markt ist in Veränderung und wird sich noch stark verändern. Ich sehe keine realen Chancen für das Überleben der Reisebüros als Einzelunternehmen. Wer dann die Beratungsleistung, den Service und den Kundendienst zur Zufriedenheit der Kunden leisten soll, bleibt im Dunkeln. Ich schließe mich der Forderung zur Provisionszahlung nach Buchung an.

  • Sobald der Veranstalter das Kundengelt erhalten hat muss auch die Provision fließen

  • Ich denke, es sollten beide Aspekte getrennt betrachtet werden: Die Frage der Absicherung der Provision und die Frage des Zahlungszeitpunktes. Das Recht der Reisemittler, für Ihre Arbeit vergütet zu werden, steht außer Frage. Ob der Veranstalter dies aber in der Form einer früheren Provisionszahlung sicherstellt oder durch eine andere geeignete Methode (z.B. Versicherung) sollte vertraglich (z.B. im Agenturvertrag) geregelt werden.
    Natürlich ist auch die Forderung nach besserer Liquidität der Reisebüros berechtigt und ein Großteil der Arbeit seitens der Reisemittler ist in der Tat mit Buchungsabschluss bereits erbracht. Aber einige Verbraucherschützer fordern im Nachgang der ThomasCook-Insolvenz für die Zukunft niedrigere Anzahlungen durch die Kunden, was die Liquidität der Veranstalter ebenso einschränken würde wie die (durchaus nachvollziehbaren) Bestrebungen zahlreicher Cook-geschädigter Hoteliers, ihre Gelder früher von den Veranstaltern zu erhalten. Käme jetzt auch noch eine frühere Zahlung der Provisionen hinzu, wird nicht jeder Veranstalter diese dreifache Belastung seiner Liquidität problemlos stemmen können.
    Hier wird sicher in den nächsten Monaten noch eine intensive Diskussion in der Branche um den besten Weg zu führen sein. “Leben und leben lassen” sollte uns leiten statt der Versuchung zu erliegen, pauschal alle Veranstalter mit Thomas Cook gleichzustellen, was das Risiko des Provisionsausfalls betrifft.

Schreiben Sie einen Kommentar