Best-Reisen: Gute Chancen, Thomas-Cook-Provisionen zu behalten

Foto: Best-Reisen

Best-Reisen hat die Frage, ob die insolventen Veranstalter des Thomas-Cook-Konzerns bereits gezahlte Provisionen zurückfordern können, rechtlich prüfen lassen. Danach vertritt die Kooperation die Auffassung, dass eine Rückforderung oder Verrechnung in den meisten Fällen wahrscheinlich nicht möglich ist. Grundsätzlich hätten die Thomas-Cook-Veranstalter durchaus das Recht, Provisionen neu zu berechnen, zu verrechnen oder zurückzufordern. Allerdings dürfte dies im Zusammenhang mit den jüngsten Insolvenzen in den meisten Fällen nicht zur Anwendung kommen. Für alle Buchungen, die ein Reisebüro vermittelt hat, besteht nach Auffassung von Best-Reisen ein voller Anspruch auf die bezahlte (Grund-) Provision. Voraussetzung ist, dass die Reisen nicht auf Wunsch der Kunden oder aus anderen nicht von Thomas Cook zu vertretenden Gründen storniert wurden.

„In der Presse wird immer wieder diskutiert, ob Reisebüros mit einer Rückforderung bereits ausgezahlter Provisionen oder Abschläge rechnen müssen“, sagt Cornelius Meyer, Vorstand Marketing & Vertrieb. „Nach gründlicher rechtlicher Prüfung der Situation kommen wir zu dem Schluss, dass eine Rückforderung oder Verrechnung von bereits bezahlten Grundprovisionen für das laufende Geschäftsjahr nur schwer vertretbar wäre.“ Endgültige Klarheit könne zwar nur ein Gerichtsurteil schaffen. Bei sachlicher und sachgemäßer Betrachtung hätten  die Reisebüros aber gute Chancen, bereits erhaltenes Geld zu behalten. Im Detail geht die Kooperation von folgendem Sachverhalt aus:

– Reisen, die bis 23. September 2019 angetreten und nach der Insolvenz vorzeitig abgebrochen wurden, sind zweifelsfrei angetreten. Der Provisonsanspruch besteht ebenso zweifelsfrei.

– Für Reisen, die am 23. und 24. September 2019, also vor der Insolvenzeröffnung, von Thomas Cook abgesagt wurden (und nicht von den Kunden storniert), lässt sich nachvollziehbar ein Provisionsanspruch begründen. Zwar haben die Kunden ihre Reisen nicht angetreten, das allerdings ausschließlich, weil Thomas Cook einseitig die Leistung verweigerte. Einseitige, endgültige Absagen aus wirtschaftlichen Gründen aber sind kein ausdrücklich in den Provisionsmodalitäten genannter Ausschlussgrund für Provisionen. Damit wären diese Absagen rechtlich so zu werten, als hätten die Kunden ihre Reisen angetreten – wofür Provisionen fällig würden.

– Auch alle Reisen, die Thomas Cook nach dem Antrag auf Insolvenzeröffnung einseitig abgesagt hat (und die nicht von den Kunden storniert wurden), lassen sich als voll provisionspflichtig sehen: Der Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens ist kein „außerhalb des Einflussbereichs des Veranstalters liegender außergewöhnlicher Umstand“ und damit auch kein Grund, Provisionen zu verweigern.

– Einzig für Buchungen, die auf ausdrücklichen Wunsch der Kunden storniert wurden, berechnet sich die Provision nur aus dem Stornoentgelt.

– Gesamtprovisionen, Superprovisionen, Kickbacks und Werbekostenzuschüsse, die bereits ausgezahlt wurden, müssen gegebenenfalls neu berechnet werden. Da aber argumentiert werden kann, dass alle Buchungen bis zum Abreisedatum 31. Oktober 2019 voll berücksichtigt werden müssen,  verkleinert sich die Berechnungsbasis für Gesamt- und Superprovisionen nicht wesentlich. Anders sieht es auch hier für aktive Stornierungen durch Kunden aus, auch das am 1. November 2019 beginnende Geschäftsjahr muss gesondert betrachtet werden.

 

 

 

 

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