Best: Neues Reiserecht gefährdet Reisebüro-Umsätze

Foto: Best-Reisen

Die neue EU-Pauschalreiserichtlinie verursacht erhebliche Mehrarbeit in den Reisebüros und gefährdet spürbare Teile der Umsätze. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage unter den Mitgliedsbüros von Best-Reisen. „Was als begrüßenswerter Verbraucherschutz gedacht war, entpuppt sich als dramatische wirtschaftliche Herausforderung für den Reisevertrieb“, resümiert Cornelius Meyer, Vorstand Vertrieb & Marketing.

85 Prozent der Büros schätzen die Mehrarbeit, die durch das neue Reiserecht entsteht, als „groß“ oder „sehr groß“ ein. Vor allem das Ausdrucken der Papiere, die Bereitstellung der vorvertraglichen Informationen und die separate Abrechnung bei Einzelleistungen sorgen für Druck. Zwei Drittel der Agenturen rechnen damit, dass der Mehraufwand bleibt. Nur zehn Prozent erwarten, dass sich das Prozedere einspielen wird.

Dass der Mehraufwand zu Lasten der Beratung geht und die Kundentreue und den Umsatz gefährdet, unterschreiben 62 Prozent der befragten Büros. Mehr als die Hälfte davon befürchten Einbußen bis zu zehn Prozent oder darüber hinaus. „Gerade in der Hauptbuchungsphase, in der 70 Prozent der Umsätze gemacht werden, wird es durch die verlängerten Prozesse zu den gravierendsten Einbußen kommen. Diese können dann kaum mehr eingeholt werden“, so Meyer. Zwölf Prozent der Agenturen bewerten die Auswirkungen auf die Umsätze optimistischer. 24 Prozent können die Auswirkungen noch nicht einschätzen.

Rund jedes dritte Reisebüro ist der Ansicht, dass die neu entstandenen „Mehrwertpaket-Pauschalreisen“ (Einzelleistung plus Servicepaket inklusive Sicherungsschein und Formblatt) tatsächlich ein Mehrwert für die Kunden bieten. 39 Prozent können die neue Reiseform noch nicht einschätzen, zwölf Prozent sehen keinen Mehrwert.  Im Vergleich zu „gewillkürten Pauschalreisen“ (Einzelleistung plus Sicherungsschein ohne Formblatt) schneiden die Mehrwertpaket-Pauschalreisen unter den Büros deutlich besser ab: 72 Prozent finden die neue Reiseart „gut“ oder „besser als gewillkürte Pauschalreisen“, nur 18 Prozent „schlecht“ oder „schlechter als gewillkürte Pauschalreisen“. Die TUI ist nach Meinung der Agenturen der Veranstalter, der die neuen Anforderungen am besten erfüllt. Von den derzeit 610 Best-Reisebüros haben 240 an der Umfrage teilgenommen.

 

 

5 Antworten auf Best: Neues Reiserecht gefährdet Reisebüro-Umsätze

  • Sehr viel wichtiger für alle wäre ein Gesetz gewesen, welches Fluggesellschaften zwingt, endlich professionell zu arbeiten. Wir erleben es immer wieder, dass bestätigte Flüge kurzerhand gestrichen oder so geändert werden, dass bereits bezahlte Hotels am gleichen Tag nicht mehr erreicht werden können. Wir haben dann verärgerte Kunden, zeitlich teils erheblichen Mehraufwand und obendrein auch noch Zusatzkosten.
    Anregung: Alle Folgekosten durch Flugstreichungen und erhebliche Flugzeitenänderungen sollen vom Verursacher getragen werden.

    • Endlich mal jemand, der es genauso sieht wie ich! Die Kunden schieben immer alles auf die Veranstalter, aber meiner Meinung nach hängt wirklich alles an den Airlines…es kann doch z.B. nicht sein, dass ich eine Flugzeitenänderung (EW) 20 Minuten vor Abflug erhalte oder der Kunde die Änderung noch vor mir erhält! Ich checke meine Kunden online ein und versuche, den bestmöglichen Service zu bieten, aber die Fluggesellschaften machen momentan einfach, was sie wollen! Es wird für uns am Counter immer schwieriger!

  • Unsere Kunden müssen bei der Buchung bereits 3 bis 4 Mal unterschreiben. Das ist den meisten bereits jetzt zu viel. Und nun sollen noch weitere Formulare ausgedruckt und unterschrieben werden. Wenn wir reisebüros wirklich so arbeiten sollen, geht uns ein Teil der Reisekunden verloren. Die Kunden kommen zu mir, damit ich sie TOP BERATE in Sachen Urlaub, und nicht, um Verträge für Waschmaschinen zu unterschreiben. Ich behaupte mal, das kein Reisebüro den 100-prozentigen Durchblick hat. Das ist kein Fortschritt in die Zukunft, wenn freie Reisebüros wie Beamten arbeiten sollen. Viel Zeit opfern und abends unbezahlte Überstunden, heißt es für uns. Das Ganze ist so in keinster Weise hinnehmbar.

    • Genau richtig! Wir bekommen immer weniger Provision und müssen teilweise Unterlagen ausdrucken und selbst zusammen schneiden, weiterhin die ganze Bürokratie! Datenschutz, neues Reiserecht, wer soll da noch durchblicken?? Viel Zeit für nichts, unser Gehalt steht auch in keinster Weise im Verhältnis zu unserer Arbeit! Mir macht mein Beruf seit 20 Jahren Spaß, aber so langsam wird es wirklich blöd…..

  • Diejenigen die sich die Gesetze ausdenken sollten vieleicht mal selber am Counter sitzen. Es macht so langsam wirklich keinen Spass mehr. Ich gehöre auch zu denen die da wirklich nicht mehr durchblickt. Wurde denn auch mal an die höheren Kosten(Druckerpapier, Patronen ect.) fur das Reisebüro gedacht?

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